KI im Journalismus: Mensch über Maschine!

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat eine besondere Verantwortung, jegliche Fehler schaden seiner Glaubwürdigkeit. Die Redaktionsausschüsse von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle (AGRA) fordern deshalb, starke KI-Richtlinien im journalistischen Alltag zu verankern. Ziel muss es sein, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei ihrer Arbeit für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Orientierung und Sicherheit zu geben.

Glaubwürdigkeit ist die Währung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Dafür braucht es intensive und regelmäßige Schulungen in allen journalistischen Bereichen. Auch ethische Fragen müssen insgesamt viel stärker in den Fokus gerückt werden. Journalistische Sorgfaltspflicht muss über allem stehen!

„Glaubwürdigkeit ist die Währung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Im redaktionellen Alltag muss der Mensch immer über der Maschine stehen“, sagt AGRA-Sprecher Hubert Krech bei der Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft der Redaktionsausschüsse beim Saarländischen Rundfunk in Saarbrücken.

Ein verantwortungsvoller und ethischer Umgang mit KI ist auch für den Intendanten des Saarländischen Rundfunks Martin Grasmück das oberste Gebot: „Journalistische Glaubwürdigkeit darf in keinem Fall gefährdet werden. Hier liegt die Grenze für den Einsatz von KI. Ich will keine Journalistinnen und Journalisten, die ihre eigene Kreativität links liegen lassen und sich nur noch an der KI bedienen. Das journalistische Handwerk wird auch in Zukunft gefragt bleiben.“

Generative Künstliche Intelligenz hält immer mehr Einzug in den redaktionellen Alltag. Darin sieht die AGRA Chancen, aber auch Risiken. Dieses mächtige Tool und die Technologie dahinter müssen zwingend richtig verstanden und im journalistischen Alltag verantwortungsbewusst genutzt werden.

Schulungen und Ausbildung – aber auch ausreichend Redakteure!

Es braucht klar festgelegte Grenzen. Programmschaffende brauchen Sicherheit im Umgang mit generativer KI. Auszubildende und angehende Medienschaffende müssen mit den nötigen journalistischen Grundlagen ausgestattet werden. Die Abhängigkeit von US-Unternehmen oder chinesischen Tech-Firmen ist inakzeptabel, stattdessen brauchen wir digitale Souveränität. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss die Chance nutzen, beim ethischen Einsatz von KI entscheidend voranzugehen. Dafür braucht es ein klares Bekenntnis zur Entwicklung und Verwendung zertifizierter Künstlicher Intelligenzen, unter Berücksichtigung von EU-Richtlinien. Damit kann auch für die Öffentlichkeit ein echter Mehrwert geschaffen werden.

ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle haben bereits Transparenzkriterien und KI-Richtlinien erstellt, das begrüßt die AGRA. Wir fordern darüber hinaus, dass es klarere Regeln,  konkrete Maßnahmen und Werkzeuge für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt, um zum Beispiel KI-generiertes Material zu verifizieren. Neben Schulungen und einer fachbezogenen Ausbildung braucht es aber vor allem auch ausreichend Redakteurinnen und Redakteure.

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AGRA – Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redaktionsausschüsse

Sprecher*innen: Hubert Krech (ZDF), Alexandra Dietz (SWR), Gabriela Mirkovic (NDR)

Kontakt: sprecher@agra-rundfunk.dehttp://blog.agra-rundfunk.de

Die AGRA ist die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redaktionsausschüsse (ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle). Die Redaktionsausschüsse sind jeweils gewählte Vertreter der Redakteurinnen und Redakteure und setzen sich für die innere und äußere Pressefreiheit ein. Die Redakteursmitwirkung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde vom Bundesverfassungsgericht bestätigt und ist in mehreren Bundesländern gesetzlich festgeschrieben.

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