{"id":996,"date":"2024-09-25T16:28:22","date_gmt":"2024-09-25T15:28:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/?p=996"},"modified":"2024-09-25T16:28:22","modified_gmt":"2024-09-25T15:28:22","slug":"plaene-der-rundfunkkommission-sind-eine-fahrlaessige-oder-sogar-mutwillige-schwaechung-der-sender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/?p=996","title":{"rendered":"Pl\u00e4ne der Rundfunkkommission sind eine fahrl\u00e4ssige oder sogar mutwillige Schw\u00e4chung der Sender"},"content":{"rendered":"<p>Die Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz will voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Reform des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks umsetzen. Die Rundfunkkommission hat dazu eine Reihe von Vorschl\u00e4gen erarbeitet, die massive Auswirkungen auf die T\u00e4tigkeit der Redakteurinnen und Redakteure bei ARD, ZDF und Deutschlandradio h\u00e4tten. Die AGRA hat deshalb einen Brief an alle Ministerpr\u00e4sidentinnen und Ministerpr\u00e4sidenten sowie die Rundfunkkommission geschrieben. Hier ist der gesamte Brief &#8211; auch als <a href=\"http:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/AGRA-Brief-an-MPK-und-Rundfunkkommission-25092024.pdf\">Download<\/a><\/p>\n<p>_______<\/p>\n<p>An die Ministerpr\u00e4sidentinnen und Ministerpr\u00e4sidenten, B\u00fcrgermeister und die Mitglieder der Rundfunkkommission der L\u00e4nder<\/p>\n<h3><strong>Pl\u00e4ne der Rundfunkkommission sind eine fahrl\u00e4ssige oder sogar mutwillige Schw\u00e4chung der Sender<\/strong><\/h3>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>die Berichte \u00fcber die Pl\u00e4ne der Rundfunkkommission zur Reform des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks haben uns alarmiert. Wir sind grunds\u00e4tzlich offen f\u00fcr notwendige Reformen und Priorisierungen, vor allem mit dem Fokus auf journalistische Inhalte. Viele Vorschl\u00e4ge halten wird aber f\u00fcr r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt und weltfremd, sie widersprechen den dringenden Empfehlungen des von Ihnen eingesetzten \u201eZukunftsrats\u201c und wurden ohne Einbeziehung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erarbeitet. Wir fordern deshalb, dass diese Pl\u00e4ne \u00fcberarbeitet und die Programmmacherinnen und -macher in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentlich-rechtlicher Rundfunk muss gest\u00e4rkt werden \u2013 gerade jetzt!<\/strong><\/p>\n<p>Gerade in einer Zeit, in der Fake News, Manipulationen und Hetze das Internet und die Social-Media-Plattformen \u00fcberschwemmen, braucht es einen starken \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk, der den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern unabh\u00e4ngigen Journalismus bietet, sie umf\u00e4nglich und ausgewogen informiert und den Meinungsaustausch f\u00f6rdert \u2013 im Fernsehen, im Radio und Online. Die Pl\u00e4ne der Medienpolitik bedeuten aber gerade das Gegenteil: eine fahrl\u00e4ssige oder sogar mutwillige Schw\u00e4chung, sie helfen nur Gegnern der Meinungsfreiheit und den Populisten!<\/p>\n<p><strong>\u201ePresse\u00e4hnlichkeit\u201c und \u201eSendebezug\u201c sind nicht zeitgem\u00e4\u00df und zerst\u00f6ren digitale Angebote<\/strong><\/p>\n<p>Strengere Regularien bei den Internetangeboten von ARD, ZDF und Deutschlandradio, die einen \u201eSendebezug\u201c verlangen und \u201epresse\u00e4hnliche\u201c Texte verbieten, widersprechen dem modernen Nutzungsverhalten der B\u00fcrger und dem Auftrag, mit den digitalen Angeboten j\u00fcngere Zielgruppen zu bedienen. Es ist nicht nur unter Fachleuten bekannt, dass digitale Angebote nur funktionieren, wenn es eine unbeschr\u00e4nkte Mischung aus Text, Bild, Audio und Video gibt \u2013 und das ohne einen Zeitbezug, denn weder j\u00fcngere Menschen noch Nutzer von Mediatheken und Streamingdiensten warten auf lineare Termine. Nachrichtenereignisse m\u00fcssen zun\u00e4chst schnell \u00fcber Texte vermittelt werden, bevor man die Bilder und die Stimmen dazu hat.<\/p>\n<p>Wir fordern Sie dazu auf, diese \u00fcberholten und r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Pl\u00e4ne aufzugeben, ansonsten haben populistische Portale mit ihren Desinformationen und Kampagnen leichtes Spiel. Auch der von Ihnen selbst eingesetzte \u201eZukunftsrat\u201c hat den Ausbau und die Erleichterung digitaler \u00f6ffentlich-rechtlicher Angebote als gesellschaftlich notwendige Elemente dringend gefordert. Eine digitale Zukunft kann aber nicht gelingen, wenn die Sender derart gefesselt sind.<\/p>\n<p><strong>Streichung von Wellen und Sendern nur bei St\u00e4rkung des Gesamtprofils<\/strong><\/p>\n<p>Wir fordern Sie zudem dazu auf, die Streichung von Sendern und Wellen an die St\u00e4rkung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Profils zu koppeln. Gerade kulturell, historisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Themen finden in vielen Programmen ihr Publikum. Der Wegfall erfolgreicher Sender w\u00e4re ein R\u00fcckschritt, zumal sich digitale und lineare Angebot in diesen F\u00e4llen gegenseitig befeuern. Streichungen von Sendern m\u00fcssen kompensiert werden durch digitale Angebote \u2013 ARD, ZDF und Deutschlandradio brauchen eine Vielfalt von Kan\u00e4len, um die Menschen zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>Rundfunkbeitrag: Es droht ein Verfassungsbruch<\/strong><\/p>\n<p>Ferner verlangen wir von Ihnen und den Landtagen, das verfassungsgem\u00e4\u00dfe Procedere bei der Beitragsanpassung einzuhalten. Das Verfahren, bei dem die Sender ihren Bedarf anmelden und die KEF als unabh\u00e4ngige Institution den Beitrag berechnet und festlegt, haben die Bundesl\u00e4nder auf eine Weisung des Bundesverfassungsgerichts selbst eingef\u00fchrt. Jetzt dagegen zu versto\u00dfen, ist aus unserer Sicht ein Verfassungsbruch. Die Sender m\u00fcssen bedarfsgerecht finanziert werden, um ihrer Aufgabe nachzukommen. Wir m\u00fcssen die Menschen mit gut recherchierten Angeboten erreichen \u2013 das geht nur mit entsprechender finanzieller Ausstattung.<\/p>\n<p><strong>Entpolitisieren und einbinden<\/strong><\/p>\n<p>Die Debatte um die Reformen des Rundfunks muss endlich entpolitisiert und von Macht-, L\u00e4nder- und Parteiinteressen entkoppelt werden!<\/p>\n<p>Die notwendigen Reformen werden nur gelingen, wenn auch die Programmmacherinnen und -macher in den Entscheidungsprozess eingebunden sind. Der Blick aus dem \u201eMaschinenraum\u201c ist dringend notwendig. Aus diesem Grund hatte uns der \u201eZukunftsrat\u201c im Dezember 2023 zu einem positiven und fruchtbaren Austausch eingeladen \u2013 dasselbe erwarten wir auch von Ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hubert Krech, Gabi Probst, Alexandra Dietz<\/p>\n<p>Sprecher*innen der AGRA<\/p>\n<p>______________<\/p>\n<p>AGRA \u2013 Arbeitsgemeinschaft der \u00f6ffentlich-rechtlichen Redakteursaussch\u00fcsse<\/p>\n<p>Sprecher*innen: Hubert Krech (ZDF), Gabi Probst (RBB), Alexandra Dietz (SWR)<\/p>\n<p>Kontakt: <a href=\"mailto:sprecher@agra-rundfunk.de\">sprecher@agra-rundfunk.de<\/a> &#8211; <a href=\"http:\/\/blog.agra-rundfunk.de\">http:\/\/blog.agra-rundfunk.de<\/a><\/p>\n<p>Die AGRA ist die Arbeitsgemeinschaft der \u00f6ffentlich-rechtlichen Redakteursaussch\u00fcsse (ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle). Die Redakteursaussch\u00fcsse sind jeweils gew\u00e4hlte Vertreter der Redakteure und setzen sich f\u00fcr die innere und \u00e4u\u00dfere Pressefreiheit ein. Die Redakteursmitwirkung im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde vom Bundesverfassungsgericht best\u00e4tigt und ist in mehreren Bundesl\u00e4ndern gesetzlich festgeschrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz will voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Reform des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks umsetzen. Die Rundfunkkommission hat dazu eine Reihe von Vorschl\u00e4gen erarbeitet, die massive Auswirkungen auf die T\u00e4tigkeit der Redakteurinnen und Redakteure bei ARD, ZDF und Deutschlandradio h\u00e4tten. Die AGRA hat deshalb einen Brief an alle Ministerpr\u00e4sidentinnen und Ministerpr\u00e4sidenten sowie die Rundfunkkommission geschrieben. 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