{"id":698,"date":"2019-11-15T10:00:51","date_gmt":"2019-11-15T09:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/?p=698"},"modified":"2019-11-14T21:54:14","modified_gmt":"2019-11-14T20:54:14","slug":"aufruf-schuetzt-die-pressefreiheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/?p=698","title":{"rendered":"Aufruf: Sch\u00fctzt die Pressefreiheit!"},"content":{"rendered":"\r\n<p>Die Arbeitsgemeinschaft der Redakteursaussch\u00fcsse von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutscher Welle untert\u00fctzen einen Aufruf zum Schutz der Pressefreiheit, der von mehreren Hundert Journalistinnen und Journalisten, Redaktionen und Verb\u00e4nden verfasst wurde.<\/p>\r\n<p>Der Aufruf im Wortlaut auch als PDF mit allen Unterzeichnerinnen und Unzerzeichnern:<\/p>\r\n<p><a href=\"http:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Aufruf_-Sch\u00fctzt_die_Pressefreiheit-7.pdf\">Aufruf_ Sch\u00fctzt_die_Pressefreiheit<\/a><\/p>\r\n<p>___<\/p>\r\n<p><strong>Gegen die freien Journalisten Julian Feldmann, David Janzen und Andr\u00e9 Aden wollen Hunderte Neonazis am 23.11.2019 in Hannover demonstrieren. Als Journalist*innen und Medienschaffende verurteilen wir die Drohungen und Anschl\u00e4ge auf unsere Kollegen. Wir rufen dazu auf, sich an den Protesten gegen die Demonstration zu beteiligen und fordern Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Pressefreiheit.<\/strong><\/p>\r\n<h2>Angriffe sind trauriger Alltag<\/h2>\r\n<p>Rechtsextreme hassen Menschen, die \u00fcber ihre Veranstaltungen, Vereine, Parteien und Straftaten berichten. Die Kollegen Julian Feldmann, David Janzen und Andr\u00e9 Aden arbeiten seit \u00fcber zehn Jahren als freie Journalisten und sind, wie so viele, ins Fadenkreuz der braunen Szene geraten.<\/p>\r\n<p>Der Hass auf die Kollegen geht so weit, dass sie regelm\u00e4\u00dfig Morddrohungen erhalten. Ein hochrangiger Neonazi-Kader sprach auf mehreren Veranstaltungen \u00fcber Julian Feldmann und erw\u00e4hnte dabei einen Revolver, der schon bereit liege.<\/p>\r\n<p>David Janzen wurde von einem bekannten Braunschweiger Neonazi mit den Worten \u201cHeute Walter [L\u00fcbcke, Anm. d. V.], morgen Janzen\u201d bedroht. Diesen Drohungen folgen Taten, auf Janzens Privatwohnung gab es dieses Jahr bereits mehrere Anschl\u00e4ge.<\/p>\r\n<p>Von zahlreichen Rechtsextremismus-Expert*innen sammeln Neonazis derzeit Bilder, \u00f6ffentliche sowie private Daten. In Telegram-Gruppen der Szene wurde ein entsprechender Aufruf verbreitet. Offenbar wird ein breit angelegtes <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/doxxing-101.html\">Doxxing<\/a> vorbereitet, zum Schaden der Kolleg*innen.<\/p>\r\n<p>Angriffe auf Journalist*innen und Eingriffe in deren Privatleben sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Bei Szene-Veranstaltungen werden Journalist*innen regelm\u00e4\u00dfig Opfer rechter Gewalt. Die NPD-Demonstration in Hannover ist der n\u00e4chste Schritt, um Kollegen das Leben zur H\u00f6lle zu machen.<\/p>\r\n<p>Auch neurechte Kleinstgruppen organisieren Angriffe auf die freie Berichterstattung. In zahlreichen Texten werden Journalist*innen ver\u00e4chtlich gemacht und denunziert. Kritische Journalist*innen werden mit kostenintensiven Unterlassungserkl\u00e4rungen, Klagen und Anzeigen \u00fcberzogen. Fotos von Kolleg*innen werden \u00fcber Szene-Medien gezielt verbreitet und zur Markierung potentieller Angriffsziele benutzt.<\/p>\r\n<p>Mit Falschinformationen wird zus\u00e4tzlich versucht, den Ruf der Kolleg*innen zu sch\u00e4digen. Redaktionen sollen davon abgehalten werden, denunzierten Journalist*innen Auftr\u00e4ge zu geben. Innerhalb der Szene sind die Texte daf\u00fcr da, Informant*innen von Gespr\u00e4chen mit szenekundigen Reporter*innen abzuhalten.<\/p>\r\n<p>Der Rechtsweg gegen solche Ver\u00f6ffentlichungen ist h\u00e4ufig aussichtslos, mit hohen Kosten verbunden und zeitraubend. Ziel der extremen Rechten ist es, Journalist*innen fertig zu machen, bis sie ihre Arbeit aufgeben.<\/p>\r\n<h2>Ma\u00dfnahmen ergreifen!<\/h2>\r\n<p>Vom Presserat, allen demokratischen Verleger*innen und Redaktionen sowie den Landesmedienanstalten erwarten wir, dass sie sich mit den von Hass und Drohungen betroffenen Kolleg*innen solidarisch zeigen und ihnen ihre Unterst\u00fctzung anbieten.<\/p>\r\n<p>Von den demokratischen Parteien und ihren Abgeordneten erwarten wir, dass sie Gesetze auf den Weg bringen, um Journalist*innen bei ihrer Arbeit besser zu sch\u00fctzen.<\/p>\r\n<p>Wir fordern:<\/p>\r\n<ul>\r\n<li>Vereinfachte Verfahren f\u00fcr Auskunftssperren beim Einwohnermeldeamt f\u00fcr Journalist*innen<\/li>\r\n<li>Neuregelung der Impressumspflicht, um Privatadressen von Journalist*innen und Blogger*innen besser zu sch\u00fctzen<\/li>\r\n<li>Bundesweit verpflichtende Schulungen von Polizist*innen f\u00fcr den Umgang mit Medienvertreter*innen<\/li>\r\n<li>Ein Bekenntnis aller Polizeibeh\u00f6rden zu den <a href=\"https:\/\/beck-online.beck.de\/Dokument?vpath=bibdata%2Fges%2Fbayvwv97088%2Fcont%2Fbayvwv97088.htm&amp;anchor=Y-100-G-BAYVWV97088\">Verhaltensgrunds\u00e4tzen f\u00fcr Presse\/Rundfunk und Polizei zur Vermeidung von Behinderungen bei der Durchf\u00fchrung polizeilicher Aufgaben und der freien Aus\u00fcbung der Berichterstattung<\/a> von 1993<\/li>\r\n<li>Sensibilisierung von Staatsanwaltschaften und Gerichten f\u00fcr Angriffe auf Journalist*innen und konsequente Anwendung aller rechtlichen M\u00f6glichkeiten<\/li>\r\n<li>Die Aussch\u00f6pfung aller rechtlichen M\u00f6glichkeiten durch die Versammlungsbeh\u00f6rde, um Hass und Hetze gegen unsere Kollegen am 23.11.2019 in Hannover zu verhindern<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p><strong>Wir als Journalist*innen und Medienschaffende verurteilen die geplante Demonstration in Hannover, die Drohungen und Angriffe gegen unsere Kollegen.<\/strong><\/p>\r\n<p><strong>Wir rufen dazu auf, sich an den Protesten gegen die pressefeindliche Demonstration zu beteiligen.<\/strong><\/p>\r\n<p>_________________<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>AGRA \u2013 Arbeitsgemeinschaft der \u00f6ffentlich-rechtlichen Redakteursaussch\u00fcsse<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sprecher: Gabriela Mirkovic (NDR), Hubert Krech (ZDF), Heike Bade (MDR)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Kontakt: sprecher@agra-rundfunk.de; http:\/\/blog.agra-rundfunk.de<br \/>Die AGRA ist die Arbeitsgemeinschaft der \u00f6ffentlich-rechtlichen Redakteursaussch\u00fcsse (ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle). Die Redakteursaussch\u00fcsse sind jeweils gew\u00e4hlte Vertreter der Redakteure und setzen sich f\u00fcr die innere und \u00e4u\u00dfere Pressefreiheit ein. Die Redakteursmitwirkung im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde vom Bundesverfassungsgericht best\u00e4tigt und ist in mehreren Bundesl\u00e4ndern gesetzlich festgeschrieben.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeitsgemeinschaft der Redakteursaussch\u00fcsse von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutscher Welle untert\u00fctzen einen Aufruf zum Schutz der Pressefreiheit, der von mehreren Hundert Journalistinnen und Journalisten, Redaktionen und Verb\u00e4nden verfasst wurde. 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