{"id":427,"date":"2017-04-06T12:05:14","date_gmt":"2017-04-06T11:05:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/?p=427"},"modified":"2017-04-06T12:05:14","modified_gmt":"2017-04-06T11:05:14","slug":"offener-brief-an-den-inhaftierten-welt-korrespondenten-deniz-yuecel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/?p=427","title":{"rendered":"Offener Brief an den inhaftierten &#8222;Welt&#8220;-Korrespondenten Deniz Y\u00fccel"},"content":{"rendered":"<p><em>Arbeitsgemeinschaft der Redakteursaussch\u00fcsse (AGRA) tagt in Stuttgart<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Lieber Deniz Y\u00fccel, <\/p>\n<p>was schreibt man eigentlich jemandem, der unschuldig im Gef\u00e4ngnis sitzt, weil er den Beruf hat, den wir auch haben? Vor mehr als sieben Wochen wurdest Du inhaftiert, sitzt in Isolationshaft, weil Du einfach Deine Arbeit gemacht hast. Au\u00dferhalb von Deutschland, aber in einem eng verb\u00fcndeten Land. Verbunden nicht nur \u00fcber die NATO, sondern auch \u00fcber die Millionen von Menschen, die in beiden L\u00e4ndern arbeiten oder Urlaub machen. <\/p>\n<p>Die Arbeitsgemeinschaft der \u00f6ffentlich-rechtlichen Redakteursaussch\u00fcsse (AGRA), ein Zusammenschluss der Programmmitarbeiter der \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands, ist heute zu einem zweit\u00e4gigen Treffen nach Stuttgart gekommen. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die journalistische Freiheit im Rundfunk zu wahren und vor jedweden Eingriffen zu sch\u00fctzen. Wir solidarisieren uns mit Dir und allen anderen inhaftierten Kolleginnen und Kollegen. <\/p>\n<p>Im Artikel 19 der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10.12.1948 hei\u00dft es: \u201eJeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungs\u00e4u\u00dferung; dieses Recht schlie\u00dft die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuh\u00e4ngen sowie \u00fcber Medien jeder Art und ohne R\u00fccksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.\u201c Deine Inhaftierung ist ein Versto\u00df gegen die Menschenrechte. Kein t\u00fcrkisches Recht kann sich auf Dauer gegen sie stellen. <\/p>\n<p>Gut sieben Wochen nach Deiner Festnahme ist ein Ende Deiner Inhaftierung nicht absehbar. Warum? Weil Du kritisch \u00fcber die politische Entwicklung in der T\u00fcrkei und \u00fcber ihren Staatspr\u00e4sidenten berichtet hast, so wie es Dein Job ist als Journalist! Du hast berichtet, kritisch berichtet, wie es in allen freien Staaten dieser Welt \u00fcblich ist. <\/p>\n<p>Wenn Journalistinnen und Journalisten wie Staatsfeinde behandelt werden, k\u00f6nnen wir nicht schweigen. Dein Fall steht auch f\u00fcr das Schicksal vieler t\u00fcrkischer Kolleginnen und Kollegen. Eine freie Berichterstattung \u00fcber die T\u00fcrkei soll so unm\u00f6glich gemacht werden. Wir protestieren auf das Sch\u00e4rfste gegen diesen Umgang mit der freien Presse. <\/p>\n<p>Deniz Y\u00fccel, wir stehen hinter Dir. <\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitsgemeinschaft der Redakteursaussch\u00fcsse (AGRA) tagt in Stuttgart Lieber Deniz Y\u00fccel, was schreibt man eigentlich jemandem, der unschuldig im Gef\u00e4ngnis sitzt, weil er den Beruf hat, den wir auch haben? Vor mehr als sieben Wochen wurdest Du inhaftiert, sitzt in Isolationshaft, weil Du einfach Deine Arbeit gemacht hast. 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