{"id":1069,"date":"2025-06-03T17:21:08","date_gmt":"2025-06-03T16:21:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/?p=1069"},"modified":"2025-06-03T17:21:08","modified_gmt":"2025-06-03T16:21:08","slug":"schweiz-oesterreich-deutschland-wer-hat-angst-vor-journalismus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.agra-rundfunk.de\/wordpress\/?p=1069","title":{"rendered":"Schweiz, \u00d6sterreich, Deutschland: Wer hat Angst vor Journalismus?!"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcberall auf der Welt dr\u00e4ngen Rechtspopulisten die Medienfreiheit zur\u00fcck. Der Grund liegt auf der Hand: Seri\u00f6se Medien sind unbequem, sie decken auf, prangern an. Was eine Demokratie braucht, sind keine \u201ealternativen Fakten\u201c, sondern freien und kritischen Journalismus \u2013 mehr denn je. Stattdessen werden Journalisten diskreditiert und Finanzmittel gek\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Angesichts des Erstarkens von populistischen und rechtsextremen Parteien in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz fordern wir die Akteure der demokratischen Parteien in Bund, L\u00e4ndern und Kantonen auf, den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk zu sch\u00fctzen. Der \u00d6RR muss dazu finanziell angemessen ausgestattet und rechtlich abgesichert werden. Tagungsmitglieder aus der Schweiz und \u00d6sterreich schildern eindringlich, wie schnell der \u00d6RR durch politische Akteure in seiner Existenz gef\u00e4hrdet sein kann.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Entwicklung m\u00fcsse in Deutschland unbedingt verhindert werden, so der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Redaktionsaussch\u00fcsse auf der Fr\u00fchjahrstagung in M\u00fcnchen, Hubert Krech:<\/p>\n<p><em>\u201eFaktenbasierte Informationen werden wichtiger denn je. Der Gro\u00dfteil der Deutschen \u2013 rund 90 % \u2013 nutzt die Angebote der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender. Keinem anderen Anbieter wird mehr Glaubw\u00fcrdigkeit geschenkt. An journalistischen Inhalten zu sparen, ist fatal.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Trotz Inflation ist der Rundfunkbeitrag seit 2015 um weniger als einen Euro gestiegen. Die Politik muss die Empfehlung der unabh\u00e4ngigen Kommission\u00a0zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) anerkennen und den Beitrag so anpassen, dass wir weiterhin Qualit\u00e4tsjournalismus gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die AGRA fordert die F\u00fchrungsebenen der Rundfunkanstalten dazu auf, mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit Gegnerinnen und Gegnern der Demokratie zu zeigen. Entscheidend f\u00fcr die innere und \u00e4u\u00dfere Rundfunkfreit sind die politische und wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p><strong>DNA der \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender darf nicht zerst\u00f6rt werden<\/strong><\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngigkeit, Verl\u00e4sslichkeit und Meinungspluralismus sind die DNA der \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten und m\u00fcssen unangetastet bleiben. Die AGRA fordert deshalb eine weitere St\u00e4rkung der Redaktionsstatute, um die Sender auch intern gegen Einflussnahmen zu sch\u00fctzen. Die innere Rundfunkfreiheit muss unangetastet bleiben. Dass wir uns als AGRA unter anderem daf\u00fcr einsetzen, lobte\u00a0BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth ausdr\u00fccklich in einem offenen Gespr\u00e4ch zu Beginn der Tagung in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p><em>\u201eUnsere H\u00e4user profitieren von der Arbeit der AGRA. Denn diese Kolleginnen und Kollegen, die mitten in den Landesrundfunkanstalten verankert und vernetzt sind, weisen aus ihrer t\u00e4glichen Erfahrung heraus auf neue Probleme und kontinuierliche Herausforderungen hin, f\u00fcr die wir dann gemeinsam L\u00f6sungen suchen<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>______________<\/p>\n<p>AGRA \u2013 Arbeitsgemeinschaft der \u00f6ffentlich-rechtlichen Redaktionsaussch\u00fcsse<\/p>\n<p>Sprecher*innen: Hubert Krech (ZDF), Gabi Probst (RBB), Alexandra Dietz (SWR))<\/p>\n<p>Kontakt: <a href=\"mailto:sprecher@agra-rundfunk.de\">sprecher@agra-rundfunk.de<\/a> &#8211; <a href=\"http:\/\/blog.agra-rundfunk.de\">http:\/\/blog.agra-rundfunk.de<\/a><\/p>\n<p>Die AGRA ist die Arbeitsgemeinschaft der \u00f6ffentlich-rechtlichen Redaktionsaussch\u00fcsse (ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutsche Welle). Die Redaktionsaussch\u00fcsse sind jeweils gew\u00e4hlte Vertreter der Redakteurinnen und Redakteure und setzen sich f\u00fcr die innere und \u00e4u\u00dfere Pressefreiheit ein. Die Redakteursmitwirkung im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde vom Bundesverfassungsgericht best\u00e4tigt und ist in mehreren Bundesl\u00e4ndern gesetzlich festgeschrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberall auf der Welt dr\u00e4ngen Rechtspopulisten die Medienfreiheit zur\u00fcck. Der Grund liegt auf der Hand: Seri\u00f6se Medien sind unbequem, sie decken auf, prangern an. Was eine Demokratie braucht, sind keine \u201ealternativen Fakten\u201c, sondern freien und kritischen Journalismus \u2013 mehr denn je. Stattdessen werden Journalisten diskreditiert und Finanzmittel gek\u00fcrzt. 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